Innenminister Klaus Schlie hat sich für den Erhalt eines
landesweit dichten und effizienten Netzes von Feuerwehren ausgesprochen.
“Es darf kein Gefälle abnehmenden Schutzes von der Stadt zum Dorf
geben”, sagte Schlie auf der Landesfeuerwehrversammlung am Samstag (24.
April) in Bad Segeberg.
Eine Feuerwehr müsse in acht Minuten nach der Alarmierung jeden
Einsatzort im Gemeindegebiet erreichen. Feuerwehrhäuser gehörten
dorthin, wo sie die meisten Feuerwehrleute möglichst schnell erreichen
könnten. “Ein Gewerbegebiet am Ortsrand ist im Regelfall kein geeigneter
Standort”, sagte Schlie. Billiger Baugrund dürfe bei der Standortwahl
für ein Feuerwehrhaus nicht ausschlaggebend sein. Damit hat der Minsiter
auf Überlegungen in Eutin reagiert, das neue Feuerwehrzentrum auf dem
früheren Festplatz zu bauen. Die Stadtmütter- und Väter wollen dafür
sogar in Kauf nehmen, dass die Ausrückzeiten nicht eingehalten werden
können.
Schlie begrüßte den jüngsten Beschluss der Stadt- und
Kreiswehrführer, Jugendliche auch künftig nicht in echte Einsätze zu
schicken. “Das ist nicht zu verantworten”, sagte der Minister. Der
Jugendschutz habe Vorrang vor taktischen Überlegungen. Er rief die
Wehrführer auf, die Rechtslage zum Schutz der jungen Leute und im
eigenen Interesse zu beachten. Eine erneute Diskussion darüber lehnte er
ab. “Die gesetzlichen Bestimmungen und die Beschlüsse der Feuerwehren
sind klar und eindeutig”, sagte Schlie.
Er appellierte an die Arbeitgeber, Mitglieder von Freiwilligen
Feuerwehren im Unternehmen bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit zu unterstützen.
“Feuerwehrleute sind ein Gewinn für jeden Betrieb”, sagte Schlie. Wer
Mitglied einer Wehr sei, verfüge aufgrund seiner Ausbildung über zusätzliche handwerkliche
Fähigkeiten und soziale Qualifikationen, die auch im Unternehmen gut
gebraucht würden.
Im vergangenen Jahr wurden die Feuerwehren im Land zu rund 7.100
Bränden gerufen, in fast 14.700 Fällen mussten sie technische Hilfe
leisten, rund 4.800 Mal wurden Fehlalarme ausgelöst. In
Schleswig-Holstein gibt es rund 50.000 Freiwillige Feuerwehrleute,
darunter 3.000 Frauen. Dazu kommen 9.500 Jugendliche. Sie alle sind in
1.400 Wehren organisiert.